KOSTAL Multi Device Control (MDC)
Die intelligente Lösung für PV-Anlagensysteme mit mehreren Wechselrichtern
Herausfordernde Dachflächen oder hoher Speicherbedarf? Mit der neuen Multi Device Control (MDC) für den PLENTICORE G3 setzen Sie komplexe PV-Projekte so einfach und effizient um wie nie zuvor. Steuern Sie bis zu drei Wechselrichter zentral über ein einziges Gerät und sparen Sie wertvolle Zeit bei der Installation und Konfiguration.
Aktuell ist Multi Device Control ausschließlich für den PLENTICORE G3 und PLENTICORE MP G3 verfügbar. Die Funktion wird kontinuierlich weiterentwickelt und künftig auch weitere kompatible Geräte unterstützen.
Ihre Vorteile mit MDC
- Zentrale Intelligenz: Ein PLENTICORE G3 fungiert als MDC-Host und übernimmt die komplette Steuerung und Überwachung aller MDC-fähigen Geräte im Hausnetz
- Effiziente Inbetriebnahme: Vergessen Sie die mühsame Einzelkonfiguration im KSEM. Die Einbindung der Clients erfolgt direkt und intuitiv über den Gerätemanager im Webserver des MDC-Hosts
- Flexibles Batteriemanagement:
- Standardmäßig ist ein Batteriespeicher am Host steuerbar
- Mit der optionalen Produkterweiterung „Batteriesteuerung mit MDC“ verwalten Sie bis zu drei Batterien (eine pro Wechselrichter) im Verbund
- Optimale Speicherstrategie: Das System gleicht die Lade- und Entladeleistung intelligent an die jeweilige Kapazität an, um einen gleichmäßigen SoC (State of Charge) über alle Speicher hinweg zu erreichen
- Zukunftssicher & Konform: Der MDC-Host verteilt Signale zur Abregelung (gemäß §9 EEG oder §14a EnWG) direkt an alle Clients und unterstützt moderne Anforderungen wie dynamische Stromtarife
- Alles im Blick: Das Leistungsflussdiagramm der gesamten Anlage wird übersichtlich auf dem Display oder im Webserver des MDC-Hosts visualisiert
Hinweis: Für den Betrieb von mehr als einer Batterie im MDC-System ist die kostenpflichtige Produkterweiterung „Batteriesteuerung mit MDC“ erforderlich. Im Backup-Betrieb wird ausschließlich die Batterie am MDC-Host genutzt.
KOSTAL Praxis-Tipp
Wo MDC den Unterschied macht
Das „Drei-Dächer-Szenario“: Haben Sie ein Projekt mit Ost-, West- und Südausrichtung? Anstatt komplizierter Verschaltungen nutzen Sie drei PLENTICORE G3 im MDC-Verbund. Ein Host steuert das Gesamtsystem, während die Clients effizient die Energie der verschiedenen Dachflächen einspeisen
Maximale Autarkie für energieintensive Projekte: Für Kunden mit extrem hohem Nachtverbrauch oder Wärmepumpen reicht ein Speicher oft nicht aus. Mit MDC und der entsprechenden Erweiterung kombinieren Sie drei Wechselrichter mit jeweils einer Batterie zu einem XL-Speichersystem. Das Beste: Der Host sorgt dafür, dass alle Batterien synchron arbeiten
Sektorenkopplung mit dynamischen Tarifen: Nutzen Sie MDC, um die Anlage fit für die Energiewelt von morgen zu machen. Durch die zentrale Steuerung des Hosts können dynamische Stromtarife optimal genutzt werden, um die Batterien im Verbund kosteneffizient zu laden
MDC-Installation: So geht‘s
- Hardware setzen: Alle Wechselrichter und den Energiezähler (KEM oder KSEM) am Netzanschlusspunkt installieren
- Vernetzung: Verbinden Sie den Host per RS485 mit dem Zähler und alle Geräte untereinander via LAN (WLAN ist für die MDC-Kommunikation nicht zulässig)
- Konfiguration: Definieren Sie bei der Ersteinrichtung einen PLENTICORE G3 als Host und die weiteren als Clients
- Go-Live: Aktivieren Sie die Datenübertragung zum KOSTAL Solar Portal, um die gesamte Anlage in einer Übersicht zu verwalten
MDC mit PLENTICORE G3: Jetzt näher kennenlernen
Nutzen Sie die MDC-Funktion ab der Software-Version 3.06.10 und
erleben Sie, wie einfach Anlagenplanung heute sein kann.
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FAQ Batteriesteuerung mit MDC
Als MDC-Host sind konkret die Wechselrichter der PLENTICORE G3-Serie freigegeben.
Basierend auf den vorliegenden Quellen gehören dazu folgende Modelle:
- PLENTICORE G3
- PLENTICORE MP G3
Wichtige Voraussetzungen für den MDC-Host:
- Software-Version: Die Funktion steht ab der Software-Version 3.06.10 zur Verfügung
- Konfiguration: Ein G3-Wechselrichter muss zwingend bei der Ersteinrichtung als MDC-Host konfiguriert werden
- Zusatzkomponenten: Am MDC-Host muss ein freigegebener Energiezähler (KEM oder KSEM) über die RS485-Schnittstelle angeschlossen sein
- Batterie-Logik: Falls im System eine Batterie vorhanden ist, muss die Batterie mit der größten nutzbaren Kapazität zwingend am MDC-Host angeschlossen werden
Hinweis: Frühere Gerätegenerationen wie der PLENTICORE plus / G2, PLENTICORE BI / G2 oder die PIKO-Serie sind nicht als MDC-Host (und auch nicht als Client) freigegeben.
Für den Betrieb als MDC-Client sind derzeit ausschließlich die folgenden Geräte aus der PLENTICORE G3-Serie freigegeben:
- PLENTICORE G3
- PLENTICORE MP G3
Diese Geräte können sowohl in der Variante mit als auch ohne Batterie als Clients in das System eingebunden werden.
Wichtige technische Voraussetzungen:
- Software-Version: Damit die Steuerung funktioniert, muss auf allen beteiligten Geräten (Host und Clients) mindestens die Software-Version 3.06.10 installiert sein
- Anzahl: Ein MDC-Verbund kann aus maximal einem Host und zwei MDC-Client-Wechselrichtern bestehen
- Einstellung: Die Festlegung als MDC-Client erfolgt während der Erstinbetriebnahme oder nachträglich über das Menü „Betriebsart wechseln“ am jeweiligen Gerät
Hinweis: Frühere Modelle wie der PLENTICORE plus / G2, PLENTICORE BI / G2 oder Geräte der PIKO-Serie sind ausdrücklich nicht für MDC freigegeben und können nur über die herkömmliche KSEM-Steuerung verwaltet werden. Eine parallele Steuerung über MDC und KSEM ist nicht zulässig.
Der wesentliche Unterschied zwischen einem MDC-Host und einem MDC-Client liegt in der Rollenverteilung der Steuerung: Der Host fungiert als das „Gehirn“ des Systems, während die Clients die Anweisungen des Hosts ausführen.
Hier sind die Unterschiede im Detail:
Steuerungs- und Überwachungsfunktion
- MDC-Host: Er übernimmt die zentrale Überwachung und Steuerung aller MDC-fähigen Geräte im Hausnetz. Er verwaltet den Gerätemanager, über den Clients gesucht und eingebunden werden. Zudem stellt nur der Host das Leistungsflussdiagramm der gesamten Anlage dar
- MDC-Client: Er wird vom Host gesteuert. Im Webserver oder auf dem Display eines Clients werden lediglich die Momentanwerte des jeweiligen Geräts angezeigt, nicht die der Gesamtanlage
Anschluss an Peripheriegeräte
- MDC-Host: Er ist das einzige Gerät, das direkt über die RS485-Schnittstelle mit dem Energiezähler (KEM oder KSEM) verbunden ist. Auch externe Signalkomponenten wie Rundsteuerempfänger oder Steuerboxen (§14a EnWG) werden ausschließlich am Host angeschlossen
- MDC-Client: Er kommuniziert nicht direkt mit dem Zähler oder der Steuerbox, sondern erhält alle relevanten Daten und Abregelsignale vom Host über die LAN-Verbindung
Batteriemanagement und Backup
- MDC-Host: Er steuert die Batterieladestrategie für den gesamten Verbund. Falls mehrere Batterien genutzt werden, muss die Batterie mit der größten Kapazität zwingend am Host angeschlossen sein. Im Backupbetrieb (Ersatzstrom) wird ausschließlich die Batterie am Host genutzt
- MDC-Client: Bei Clients mit Batterie kann lediglich der individuelle Ladezustand (z. B. min. SoC) eingestellt werden; übergreifende Batterieeinstellungen erfolgen zentral am Host. Im Backupbetrieb werden alle Client-Wechselrichter abgeschaltet
Systemkonfiguration
- MDC-Host: Hier werden die Leistungsbegrenzungen (z. B. 60%-Einspeiselimit) für das gesamte System konfiguriert. Er kann zudem als Internet-Bridge für die Clients dienen
- MDC-Client: Er hat standardmäßig das Modbus-Protokoll aktiviert, damit der Host ihn auslesen kann. Eine WLAN-Verbindung zum Host ist für Clients unzulässig; sie müssen per LAN eingebunden sein
EEBus
- MDC-Host: Der Host muss mit dem EEBus-Gegengerät verbunden werden
- MDC-Client: Alle Clients müssen mit dem EEBus-Gegengerät verbunden werden
Die Nutzung von Multi Device Control (MDC) bietet gegenüber der herkömmlichen Steuerung über den KOSTAL Smart Energy Meter (KSEM) mehrere signifikante Vorteile, insbesondere bei der Einbindung von Speichersystemen und der Erfüllung moderner regulatorischer Anforderungen:
- Mehrere Batteriespeicher: Der wichtigste Vorteil ist die Anzahl der steuerbaren Batterien. Während über die KSEM-Steuerung lediglich ein Gerät mit Batterie unterstützt wird, ermöglicht MDC die Steuerung von bis zu drei Geräten mit angeschlossener Batterie (sofern die entsprechende Produkterweiterung auf dem Host aktiv ist)
- Unterstützung dynamischer Stromtarife: MDC ist für die Nutzung von dynamischen Stromtarifen ausgelegt, eine Funktion, die die Steuerung über den KSEM laut den Quellen nicht bietet
- Moderne Netzsteuerung (§14a EnWG): MDC unterstützt die Leistungsbegrenzung gemäß §9 EEG und §14a EnWG in Verbindung mit einer FNN-Steuerbox. Der MDC-Host empfängt dabei die Signale (z. B. von einem Rundsteuerempfänger) und verteilt diese aktiv an alle MDC-Client, um eine korrekte Abregelung des Gesamtsystems sicherzustellen.
- Zentrale Visualisierung: Das Leistungsflussdiagramm der gesamten Anlage wird übersichtlich direkt auf dem Display und im Webserver des MDC-Hosts dargestellt. Bei der KSEM-Steuerung mussten bisher alle Wechselrichter einzeln im KSEM eingetragen werden
- Vereinfachte Konfiguration: Die Einbindung der Client-Wechselrichter erfolgt intuitiv über den Gerätemanager im Webserver des MDC-Hosts. Eine manuelle Einrichtung jedes einzelnen Wechselrichters im KSEM entfällt somit
- Intelligentes Lademanagement: MDC aktiviert automatisch die Speicherung von überschüssiger AC-Energie aus lokaler Erzeugung. Das bedeutet, dass der Host die Energie sämtlicher im Hausnetz vorhandenen PV-Wechselrichter nutzt, um das Batteriesystem zu laden. Zudem sorgt der Host für einen SoC-Ausgleich (State of Charge) zwischen den verschiedenen Batterien im Verbund
- Anzahl der Batterien: Ein MDC-Systemverbund kann maximal drei Wechselrichter mit jeweils einer angeschlossenen Batterie umfassen (ein MDC-Host und zwei MDC-Clients)
- Voraussetzung für mehrere Speicher: Um mehr als eine Batterie im Verbund zu betreiben, muss die kostenpflichtige Produkterweiterung „Batteriesteuerung mit MDC“ auf dem MDC-Host-Wechselrichter aktiviert werden. Ohne diese Erweiterung kann nur am MDC-Host eine Batterie betrieben werden
- Regel zur Kapazitätsverteilung: Die Batterie mit der größten nutzbaren Kapazität muss zwingend am MDC-Host-Wechselrichter angeschlossen werden
- Management unterschiedlicher Kapazitäten: Das System unterstützt Batterien mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten. Der MDC-Host passt die Lade- und Entladeleistung dynamisch an die jeweilige Kapazität an, um den Ladestand (SoC) zwischen den Batterien auszugleichen
Die technische Umsetzung der Batteriesteuerung bei einem System mit mehreren Speichern erfolgt über die Multi Device Control (MDC). Hierbei übernimmt ein zentrales Gerät die Koordination des gesamten Verbunds.
Hier sind die technischen Details zur Funktionsweise:
Systemarchitektur und Rollenverteilung
Ein MDC-System besteht aus maximal einem MDC-Host (ein PLENTICORE G3 Wechselrichter) und bis zu zwei MDC-Clients.
- Zentrale Steuerung: Der MDC-Host übernimmt die komplette Überwachung und Steuerung aller MDC-fähigen Geräte im Hausnetz
- Hardware-Anforderung: Um mehr als eine Batterie im System zu betreiben, muss auf dem MDC-Host die kostenpflichtige Produkterweiterung „Batteriesteuerung mit MDC“ aktiviert werden. Ohne diese Erweiterung kann nur am Host selbst eine Batterie betrieben werden
- Platzierung der Speicher: Die Batterie mit der größten nutzbaren Kapazität muss zwingend am MDC-Host-Wechselrichter angeschlossen werden
Ladestrategie und SoC-Management
Das System ist darauf ausgelegt, die Speicherladestände (SoC – State of Charge) zwischen den Geräten auszugleichen:
- Leistungsanpassung: Wenn die Batterien unterschiedliche Kapazitäten oder eingestellte Mindest-SoCs haben, passt der Host die Lade- und Entladeleistung dynamisch an die jeweilige Kapazität an
- Synchronisation: Das Ziel ist ein gleichmäßiger SoC über alle Batterien hinweg
- Der 5%-Puffer: Technisch bedingt gibt es eine Differenz von 5 % zwischen Host und Clients. Der MDC-Host mit seiner Batterie ist immer das letzte Gerät, das den vollen Ladestand (100 % SoC) erreicht, und auch das letzte, das den minimalen SoC erreicht
- AC-Ladung: Der Host nutzt automatisch die Energie aller im Hausnetz vorhandenen PV-Wechselrichter, um das gesamte Batteriesystem zu laden
Kommunikation und Sensorik
- Datenverbindung: Die Kommunikation zwischen Host und Clients muss zwingend über LAN erfolgen; eine WLAN-Verbindung ist für die MDC-Steuerung nicht zulässig
- Energiemessung: Der Energiezähler (KEM oder KSEM) wird am Netzanschlusspunkt verbaut und direkt per RS485-Schnittstelle mit dem MDC-Host verbunden. Der Host verteilt die Informationen und Steuersignale (z. B. zur Abregelung) dann an die Clients
Besonderheiten im Betrieb
- Backupbetrieb: Im Falle eines Netzausfalls wird im Backupmodus ausschließlich die Batterie genutzt, die am MDC-Host angeschlossen ist. Alle Client-Wechselrichter (und deren Batterien) werden in diesem Modus abgeschaltet.
- Konfiguration: Gemeinsame Einstellungen für die Batterienutzung werden zentral im Webserver des MDC-Hosts vorgenommen und gelten für alle Clients. An den Clients selbst wird lediglich der individuelle Ladezustand (z. B. Min. SoC) konfiguriert.
- Bei der Batteriesteuerung mit MDC handelt sich um eine kostenpflichtige Produkterweiterung [1 x PLENTICOIN]
- Sie muss auf dem MDC-Host-Wechselrichter erworben und aktiviert werden, wenn mehr als eine Batterie (maximal drei) im MDC-Systemverbund genutzt werden soll
- Ohne diese Erweiterung kann nur am MDC-Host-Wechselrichter eine Batterie angeschlossen und gesteuert werden
Gut zu wissen: Batteriefunktion und Batteriesteuerung mit MDC
Zwei Funktionen – zwei unterschiedliche Aufgaben:
Auch wenn beide Begriffe ähnlich klingen, erfüllen sie im System eine völlig unterschiedliche Rolle. Für Planung, Auslegung und Erweiterung Ihrer PV-Anlage ist es wichtig, diese klar zu unterscheiden.