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Bettina Lugk MdB zu Besuch bei KOSTAL in Hagen – Industrie, Energie und regionale Stärke im Fokus

Die Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk (SPD) hat die KOSTAL Industrie Elektrik GmbH & Co. KG am Standort Hagen besucht, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven des Industriestandorts in Nordrhein-Westfalen auszutauschen. KOSTAL zählt zu den führenden Anbietern von Leistungselektronik und entwickelt in Hagen innovative Lösungen für Photovoltaikanlagen.

An dem Austausch nahmen unter anderem Dr. Manfred Gerhard (Geschäftsführer KOSTAL Industrie Elektrik), Frank Henn (Geschäftsführer KOSTAL Solar Electric) sowie Vertreter des Betriebsrats teil.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen zentrale Themen rund um Industrie und Mittelstand sowie die Bedeutung regionaler Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus wurde die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland und Europa intensiv diskutiert.

Ein besonderer Fokus lag auf den aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Solarindustrie in Deutschland und Europa. Diskutiert wurden unter anderem mögliche Anpassungen bei Fördermechanismen für kleinere Photovoltaikanlagen sowie veränderte Anforderungen für Anlagenbetreiber. KOSTAL machte deutlich, dass diese Entwicklungen Herausforderungen für die heimische Wechselrichterproduktion mit sich bringen können und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Wertschöpfungsstufe zunehmend an Bedeutung gewinnt.
„Für uns ist entscheidend, dass politische Rahmenbedingungen verlässlich sind und Investitionen sowie Innovationen ermöglichen“, erklärt Dr. Manfred Gerhard, Geschäftsführer der KOSTAL Industrie Elektrik. „Nur so können industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze langfristig in Deutschland und Europa gesichert werden.“

Die Gesprächsteilnehmer verwiesen zudem auf die angespannte Marktsituation: Nach einem starken Wachstum in den vergangenen Jahren ist der Markt für kleinere Photovoltaik-Dachanlagen deutlich rückläufig. Gleichzeitig haben internationale Wettbewerber ihre Marktanteile erheblich ausgebaut. Zusätzliche regulatorische Unsicherheiten könnten diese Entwicklung weiter verstärken und Investitionen in Innovation und Produktion erschweren.

Wechselrichter übernehmen als zentrale Steuerungseinheit moderner Photovoltaikanlagen eine Schlüsselrolle: Sie wandeln Energie um, steuern Speicher, ermöglichen Netzdienstleistungen und sichern den Betrieb von Energiesystemen. Als „Gehirn“ der Solaranlage sind sie ein integraler Bestandteil einer stabilen und zunehmend dezentralen Energieinfrastruktur.
Vor diesem Hintergrund wurde betont, dass Wechselrichtertechnologie zunehmend als Teil kritischer Infrastruktur eingeordnet wird und als industrielle Kernkompetenz in Europa weiter gestärkt werden kann. Eine starke europäische Industrie ist nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch entscheidend für Versorgungssicherheit, technologische Souveränität und Resilienz.

Gleichzeitig wurde die Energiewende als zentrale Chance für Deutschland hervorgehoben. Der weitere Ausbau der Photovoltaik leistet einen wesentlichen Beitrag zur klimafreundlichen Energieversorgung, zur Reduzierung geopolitischer Abhängigkeiten und zur Stärkung einer resilienten Energieinfrastruktur. Moderne Speicherlösungen und intelligente Energiemanagementsysteme ermöglichen es, erneuerbare Energien effizient zu nutzen und Netze zu entlasten.

„Die Energiewende ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein zentraler wirtschaftlicher Faktor für unsere Region“, betonte Bettina Lugk. „Umso wichtiger ist es, dass wir industrielle Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung in Deutschland im Blick behalten.“

Im Austausch wurde deutlich, dass die Transformation verlässliche und ausgewogene politische Rahmenbedingungen erfordert. Förderinstrumente sollten so gestaltet sein, dass sie Marktstabilität sichern, Investitionen ermöglichen und gleichzeitig Innovation fördern.

Besondere Bedeutung kommt dabei einem funktionierenden Heimatmarkt zu. Ohne stabile Nachfrage im eigenen Markt ist es für europäische Hersteller kaum möglich, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit – etwa in der Solarzellen- und Modulproduktion – zeigen, wie schnell industrielle Wertschöpfung verloren gehen kann.

Der Besuch unterstrich die Bedeutung des direkten Austauschs zwischen Politik und Industrie. Bettina Lugk zeigte großes Interesse an den praktischen Herausforderungen vor Ort und nahm wichtige Impulse für die weiteren politischen Beratungen mit.